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Abenteurer Franz Paul Horn im Gespräch mit Talkaccino
Franz Paul Horn

Abenteurer

Leben
02.09.2020
Franz Paul Horn wurde 1987 in Salzburg geboren und studierte Biologie und Publizistik in Wien. 2015 machte er sich mit zwei Freunden auf den Weg von Wien nach Teheran – 5.000 Kilometer mit dem Rad. 2019 veröffentlichte er seine Geschichte im Buch »Über die Grenzen. Wien, Damaskus, Kabul: Drei wahre Geschichten von Reise und Flucht«. Parallel zum Fahrradtrip machen sich zwei Flüchtlinge von Syrien und Afghanistan auf den Weg nach Europa. Auch diese Geschichte wird im Buch erzählt.

Wie kommt man auf die Idee, mit dem Rad 5.000 Kilometer von Wien nach Teheran zu fahren?

Ich bin nicht selbst auf die Idee gekommen. Das waren zwei Freunde von mir.

Nach dem Studienabschluss hatten wir viel Zeit, aber wenig Geld. Da bietet, sich kurz gesagt, eine Reise mit dem Rad an. 5.000 Kilometer zu fahren hört sich am Ende nach viel an. Aber in Wirklichkeit hatten wir einfach ein fernes Ziel, das war Teheran. Wir waren uns allerdings gar nicht sicher, ob wir das überhaupt schaffen. Die Idee war mal, aus Österreich rauszukommen, die Donau entlangzufahren und vielleicht bis nach Istanbul zu kommen. Und dann kommen wir vielleicht sogar noch durch die ganze Türkei. Und dann, gut, dann wären wir am Ende schon in Teheran. Aber von Anfang an war uns nicht klar, dass wir das schaffen werden, auch wenn es unser Ziel war.

Zum »Warum« vielleicht noch Folgendes: Ich bin leidenschaftlicher Ö1-Hörer – Ö1-Hooligan, sage ich gerne – und da lernt man Länder von einer anderen Seite kennen. Der Iran ist immer als spannendes Land mit einer progressiven Bevölkerung beschrieben worden. Das hat mich interessiert!
»Eine Reise ist kein Spaß, sonst wär’s ein Urlaub«

Du schreibst davon, dass eine Reise keinen Spaß macht, weil sie ja sonst Urlaub wäre.

Na, Moment, das ist jetzt falsch zitiert! Eine Reise IST kein Spaß, sonst wär’s ein Urlaub. Spaß machen tut sie schon, aber es ist halt kein reiner Spaß. Eine Reise hat auch ihre schweren Passagen. Es gibt eben auch Unsicherheit und nicht nur Genuss, nicht nur reinen Konsum. Du musst etwas von dir geben, um etwas zu bekommen. In unserem Fall haben wir Anstrengung und Unsicherheit gegeben. Wir haben uns in etwas Ungewisses gewagt. Und bekommen haben wir Gastfreundschaft, unerwartete Begegnungen und entstandene Freundschaften. Das meinte ich damit. Reisen und Urlaube sind zwei verschiedene Dinge. Das verwechselt man manchmal. Die Entdeckung Amerikas war für Christoph Kolumbus sicher kein Urlaub.

An anderer Stelle schreibst du, dass du dort hinwillst, wo noch keiner deiner Freunde jemals war. Warum?

Ich war damals 28 Jahre alt. Das war damals halt schon auch ein bissl eine Ego-Sache. Man will zeigen, was möglich ist. Etwas schaffen, was andere noch nicht gemacht haben. Einfach unbegangene Wege gehen. Ein Freund von uns war schon mal in der Gegend, und dennoch war unser Trip »out of the ordinary«, etwas, was noch nicht jeder gemacht hat. Wo man nicht hunderten Deutschen und Österreichern und Israelis über den Weg läuft. Halt nicht der klassische All-around-the-world-trip wie die Besichtigung der Inka-Stätten oder des Machu Picchu. Es war einfach »off track«.
Franz Paul Horn im Interview

Kennst du den Satz »You’re not in love with me, you are in love with the idea of being in love with me«? Wenn man dein Buch liest, hat man manchmal das Gefühl, du liebst die Idee des Draufgängers.

Die Idee ist super, solange man selber nicht draufgeht. (grinst) Im Nachhinein ist das ja alles auch sehr lustig. Aber wenn man währenddessen in einer gefährlichen Situation ist, ist das nicht so super. Wir waren aber weit davon entfernt, uns absichtlich in gefährliche Situationen zu begeben, das muss man schon dazu sagen.

Wobei man schon weiß, dass es dazu kommen kann, wenn man so einen Trip startet.

Ja, klar, das weiß man. Wir haben uns allerdings auch informiert, haben die Reisewarnungen des Außenministeriums gelesen, um uns im Klaren zu sein, wo wir da nun eigentlich unterwegs sind. Wir sind beispielsweise definitiv nicht durch Kriegsgebiete gefahren. Heute sieht es in den gleichen Regionen teilweise anders aus. Das Gefährlichste war sicherlich, dass man auf der Straße übersehen und von einem LKW überfahren wird. Das war, realistisch betrachtet, sicherlich mit Abstand das Gefährlichste.

In einer Amazon-Bewertung wirst du als Gutmensch, Sportler, Menschenfreund und extrem selbstverliebter Frauenheld bezeichnet. Wie viel Wahrheit steckt in dieser Bewertung?

Also wenn darin Wahrheit steckt, dann hoffentlich vor allem im Gutmenschen. Das ist ja mittlerweile schon ein Schimpfwort. Das Buch habe ich natürlich mit einer gewissen Intention geschrieben, nämlich um zu zeigen, wie gastfreundlich die Welt sein kann – in meinem Fall zu einem jungen Mann. Ich bin als Single gefahren, da gehört die Liebelei wahrscheinlich auch dazu. Ich wollte einfach zeigen, wie schön die Welt sein kann. Und ich wollte eben auch zeigen, wie es anderen jungen Männern geht, die die Strecke im selben Alter in die andere Richtung bereisen. Die sind geflüchtet, um ihr Leben zu retten. Die sind ganz anders aufgenommen worden. Die haben höchst dramatische Reisegeschichten hinter sich. Es war mir ein riesiges Anliegen, auch diese Geschichten zu erzählen. Wenn das Gutmenschentum bedeutet, dann bin ich ein Gutmensch, ja! (lacht)

In deinem Buch geht es einerseits um echte Härte in der Geschichte der Flüchtlinge, die versuchen die Freiheit in Europa zu finden und andererseits um verweichlichtes Draufgängertum von drei Mitteleuropäern, die sich nach Härte sehnen und diese bewusst suchen. Ist es diese Ursehnsucht, nach etwas zu streben, das man aufgrund der Gnade oder Ungnade der Geburt selbst nicht nachempfinden kann?

Verweichlichtes Draufgängertum ... na ja ... fahr die Strecke mal. (lacht)

Mir ist klar, dass so ein Trip eine gewisse Härte voraussetzt. Ich finde es auch bewundernswert und könnte es selbst wahrscheinlich nicht. Aber warum sucht man es? Mein Gedanke: Vielleicht weil man die Härte bis dato selbst nicht erfahren hat.

Hm. Die Härte war uns schon bewusst, allerdings habe ich die vordergründig nicht gesucht. Für mich war es eher die Freiheit. Vom Radfahren hatte ich eher Angst. Es ist ja nicht so, dass du einen Tag lustig Rad fährst. Du fährst Tage und Wochen. Und wenn dir nach drei Tagen der Arsch weh tut, sind die kommenden 65 Tage nicht mehr sehr lustig, denn du hast halt kein anderes Fortbewegungsmittel. Davor habe ich mich wirklich gefürchtet. Jeden Tag Schmerzen zu haben. Ich wollte nicht erreichbar sein, wollte selber meinen Weg wählen. Du stehst auf, hast keine Termine und weißt nicht, was den ganzen Tag passieren wird. Jeder Meter ist neu und jeder Mensch, den du triffst, ist ein neuer Mensch für dich. Es war extrem viel Lebensfreude dabei. Ursprünglich habe ich es mir asketischer vorgestellt – wie einen toughen, sportlichen Trip.
Franz Paul Horn im Interview

Als du eure Reise und den Trip der Flüchtlinge gegenübergestellt hast, hast du eure Reise im Nachhinein betrachtet anders wahrgenommen?

Alleine bei der Frage bekomme ich schon eine Gänsehaut. Unser Trip ist eine Bagatelle gegen die Fluchtgeschichten. Überhaupt nicht vergleichbar. Dagegen war unsere Reise ein Urlaub! Ich habe zwei von hunderttausenden Schicksalen herausgegriffen. Da gäbe es so viele Geschichten, die noch nicht erhoben wurden und vielleicht auch niemals erzählt werden. Mittelmeerüberfahrten, Saharadurchquerungen, unglaubliche Geschichten. Auch wenn Flucht und Reise nicht vergleichbar sind, eines ist schon vergleichbar: Wir sind alle im wehrfähigen Alter! Wir sind alle junge Männer. Wir könnten alle in einer ähnlichen Ausgangslage sein. In Österreich herrscht Frieden und wir müssen nicht kämpfen und den Kopf für irgendjemand anderen hinhalten. Die werden zwangsrekrutiert und haben nicht die Wahl! Wenn sie sich entziehen, können sie so ihr Leben retten. Das ist natürlich überhaupt nicht vergleichbar.

Ihr hattet auf eurer Reise das Gefühl, dass eure Herkunft unerheblich war. Ja, euer Ausländerdasein war sogar von Vorteil, weil ihr als interessante Exoten wahrgenommen worden seid. Kann es sein, dass dies nur der Fall war, weil ihr als Reisende erkannt wurdet? Als Gäste, die kurz haltmachen, nur um dann ohnehin weiterzuziehen.

Vielleicht. Aber im Vergleich zu?

Zu Flüchtlingen, die als unerwünscht gesehen werden, weil sie unter Umständen bleiben wollen. Sie werden in anderen Ländern zwar auch als Exoten wahrgenommen. Allerdings nicht als Gäste, sondern als ungewollte Untermieter.

Schwer zu sagen. Die Flüchtlinge sind auch nur durchgereist, wurden allerdings wie die Weihnachtsgänse ausgenommen. Wir wurden diametral wahrgenommen. Junge weiße Männer in einer Gegend, wo alle anderen eher dunklerer Hautfarbe sind. Trotzdem wurden wir nicht als Bedrohung wahrgenommen. Niemand hat sich von uns bedroht gefühlt.

Allerdings auch aus der Zeit heraus betrachtet. Ihr seid 2015 gereist und nicht im Jahr 1945. Da wärt ihr als weiße, blonde, junge Männer, die über die Grenzen gehen, wahrscheinlich nicht als die tollen Exoten, sondern als die flüchtenden, deutschen ...

... SS-Soldaten wahrgenommen worden. So habe ich es noch nicht gesehen. Das kann natürlich sein.

Was mich im Zuge meiner Flüchtlingsinterviews geflasht hat, war, welchen Gefahren die jungen Männer ausgeliefert waren. Die haben Menschen sterben gesehen und Nahtoderfahrungen gemacht. Wir waren auch junge Männer, waren allerdings überall willkommen. Uns wurde kein Misstrauen entgegengebracht, was mich teilweise sogar gewundert hat. In Rumänien haben uns zwei alte Leute aufgenommen. Die hätten wir total ausnehmen können. Wir hätten alles machen können. Und die, die haben aber nicht einmal daran gedacht. Da überall Straßenhunde waren, haben wir gefragt, ob wir das Zelt bei ihnen im Garten aufbauen dürfen. Durften wir! Es war kein Funken Misstrauen vorhanden. Das war unbekannt für mich. Menschen aufzunehmen dürfte weiter verbreitet sein in Ländern, die weniger materiellen Reichtum haben
Franz Paul Horn im Interview

Vielleicht, weil man weniger zu verlieren hat? Was hättet ihr stehlen können?

Viel sicher nicht. Auf den Rädern hätten wir nicht viel mitnehmen können. Aber es ist eben eine andere Einstellung Menschen gegenüber. Fremden gegenüber. Da ist Interesse vorhanden. Als Reisender hast du Geschichten zu erzählen, und das war für die Leute interessant zu hören. Ich hätte mir Feindseligkeit erwartet, vor allem im Iran, der schwer unter westlichen Sanktionen leidet. Aber das Gegenteil war der Fall, so eine Gastfreundschaft wie dort habe ich noch nirgends auf der Welt erlebt. Ich dachte, dass sie uns Westlern gegenüber viel reservierter sein oder uns sogar für die Sanktionen verantwortlich machen würden. Aber: überhaupt nicht!

Hast du mit den beiden aus Afghanistan und Syrien Geflüchteten noch Kontakt?

Ja. Vor allem mit Filip aus Syrien. Der ist in meiner Familie wie ein Gastbruder aufgenommen worden. Der gehört einfach dazu und ist ein Teil unserer Familie geworden. Von Malek lese ich noch ab und an. Beide leben in Österreich und haben mittlerweile ihre Lehren abgeschlossen, arbeiten, können sich ein Leben aufbauen.

Als deine Mutter und dein Vater das Buch gelesen haben, wie haben die beiden auf manche eurer Erlebnisse reagiert? Beispielsweise als ihr neben einer Polizeikaserne genächtigt habt. Alle waren schwer bewaffnet und haben kugelsichere Westen getragen – bis auf euch –, weil ein militärischer Angriff erwartet wurde.

Ich habe während der Reise einen Blog geschrieben. Da war die Geschichte also auch drinnen. Und am Anfang des Absatzes habe ich geschrieben, dass die Eltern bitte nicht weiterlesen oder den Absatz überspringen sollen. Das Buch haben sie dann gelesen. Da war ich dann aber schon sicher zurück. Meine Mum hatte wahrscheinlich größte Sorgen. Mein Dad hat versucht, es locker zu nehmen und mich nicht mit seiner Sorge zu belasten. Einmal hat er mich angerufen, als wir in der Ost-Türkei waren, und hat gefragt, ob wir sicher sind. Ich habe natürlich »ja« gesagt – zwei Tage später sind wir vom Militär vom Zeltplatz eskortiert worden. Ich glaube schon, dass es für sie schwer war und sie froh waren, dass alles gut gegangen ist.

Als Jungvater, der du nun bist: Würdest du dein Kind einen solchen Trip unternehmen lassen? Deine Tochter sagt dir eines Tages zum Beispiel: »Papa, ich überquere mit dem Segelboot jetzt den Atlantik.«

Auf jeden Fall! Ich würde hoffen, dass ich ihr als Vater in den Jahren genug beigebracht habe, dass sie alle kniffligen Situationen selbst lösen kann. Ich denke, dass es ganz wichtig ist, frei, unbeaufsichtigt und unprotegiert sich selbst auszuprobieren, zu sehen, wie weit man kommt und was man schafft. Man sollte natürlich segeln können, wenn man so etwas macht. (schmunzelt) Man muss ja nicht gleich mit dem Atlantik anfangen.

Mit welcher Strecke hast du begonnen?

Rad fahren ist was anderes. Dabei kannst du ja nicht untergehen. (grinst) Ich bin vor dem Trip nie länger als einen Tag am Stück mit dem Rad gefahren.

Und dann gleich von Wien in den Iran?

Ich habe schon viel Sport gemacht. Ich war also schon fit und habe es mir körperlich zugetraut. Und der Thomas, einer der beiden Freunde, konnte das Abenteuer besser einschätzen. Wildcampen, draußen schlafen und so. Der hat schon öfter solche Touren gemacht. Gemeinsam haben wir uns also herangetastet.

Wenn ihr euch während der Fahrt getrennt hättet, hätte er abenteuertechnisch einen Vorteil gehabt.

Hätte er gehabt, ja. (lacht) Alles, was Radreparaturen oder dergleichen betrifft, da war er super. Da war ich wirklich nicht der Experte. Ich war mehr für die sozialen Dinge zuständig. Einfach mal wo anfragen, ob wir übernachten dürfen. Das ist mir wiederum leichter gefallen. Mit Leuten reden und Menschen kennenlernen. Aber Karten lesen und navigieren, da waren die Burschen besser.

Wenn nun jemand Sehnsucht nach Freiheit oder Entdeckertum hat: Würdest du der Person empfehlen, es auch alleine zu machen?

Ja, auf jeden Fall! Erstens: Man trifft Menschen auf der Strecke. Zweitens: Es ist keine Hexerei. Da waren Radwege, die teilweise ausgeschildert waren. In der Türkei sind wir auf Autobahnen gefahren. Also einfache Routenführung. Mit Handy, Google Maps und überall verfügbarem Datenvolumen ist das überhaupt kein Problem. Und was dazukommt: Du bekommst bei so einer Reise Hilfe, auch wenn du vor große Probleme gestellt wirst, bei denen du selber nicht weiterkommst. In der Gruppe kannst du Freud und Leid natürlich teilen.
»Ein Nazi hat uns Ausländern geholfen«

Du stellst dir nach einer Begegnung in Bulgarien folgende Frage: »Wären bei uns Humanisten so hilfsbereit wie die Nazis in Bulgarien?« Wie lautet die Antwort?

Ich habe zwar die Frage gestellt, kenne die Antwort aber nicht. Zur Erklärung: Mir ist eine Schraube beim Gepäckträger gebrochen. Ein LKW-Fahrer ist stehengeblieben, um uns zu helfen. Als er gemerkt hat, dass wir aus Deutschland und Österreich kommen, hat er uns ganz stolz seinen Oberarm mit Hitler-Tattoo gezeigt. Aufgrund der Sprachbarriere konnten wir uns nicht wirklich verständigen. Wir konnten also nicht diskutieren und ihm nicht erklären, dass wir keine Hitler-Fans sind. Was hat er für eine Bedeutung für uns und was für eine für ihn? Weiß er vom Massenmord? Weiß er von den Gaskammern? Was für ein Symbol ist das für den Typ? Ich weiß also nicht, wie er wirklich war. Das Schubladendenken hat nicht funktioniert. Auf der einen Seite war er Nazi, auf der anderen Seite hat er uns Ausländern geholfen. Das Schubladendenken funktioniert zunehmend schlechter, wenn man seinen begrenzten Kulturkreis, sein Territorium oder Land verlässt. Das merkt man beispielsweise auch ganz stark an der Geschichtswahrnehmung, die anderswo anders ist als bei uns.

Was passiert eigentlich, wenn man eine Wüstenspringmaus mit einer Taschenlampe blendet und ihr dabei auf den Schwanz greift? Auch diese Frage bleibt im Buch unbeantwortet.

Hab ich das gar nicht beantwortet? Die springt natürlich weg. Voll weit und hoch, wie ein Knallfrosch!

Fünf Jahre ist der Trip nun her. Was ist davon übrig geblieben?

Boah. Ein kaputtes Rad. Ein alter Schlafsack. Und das Buch. Der Trip hat viel initiiert. Für mich eben, meine Wege selber so zu gehen, wie ich glaube, dass es gut ist. Eigenständig zu handeln mit einem gewissen Weitblick, auch wenn es pathetisch klingt. Ich habe andere Kulturen und andere Lebensweisen kennengelernt. In Wien habe ich mit einer Israelin zusammengewohnt. Es war dann beeindruckend, im Iran zu sehen, dass sowohl die einen als auch die anderen total liebe Leute sind. Die Tal, meine israelische Mitbewohnerin, meinte: »Das Problem, das wir mit den Iranern haben, ist, dass sie so ähnlich wie wir sind.« 

Sind aktuell weitere Trips geplant?

Kurz vor der Corona-Krise haben wir eine Radreise geplant nach Albanien, ähnliche Crew. Wurde leider abgeblasen, weil die Grenzen dichtgemacht wurden. Aktuell ist damit nichts geplant. Ich habe aber schon wieder große Lust, mich auf den Weg zu machen und zu reisen. Jetzt habe ich mal ein Kind, das hat die »main priority«. Mit Familie zu reisen ist aber auch nicht ganz ausgeschlossen.

Was sagt deine Freundin zur Reiselust?

Überall muss sie nicht mit dem Rad hinfahren, glaube ich. (lacht)

Lieblings-

Buch: Die Bücherdiebin (Markus Zusak) und mein eigenes. 
Film: Forrest Gump
Song: Eigentlich alles von Paul Pizzera, Wanda 
Schauspieler/in: Josef Hader
Motto: Mach das, was du gerne tust, und produziere dabei nicht allzu viel Blödsinn. 
Autor/in: Wolf Haas, Terry Pratchett, Alfred Komarek, Doris Knecht, Stefanie Sargnagel 
Serie: Peaky Blinders, IT Crowd
Stadt: Salzburg, Wien, Oslo, Graz
Land: Dazu kann ich keine Aussage machen. Es gibt viele tolle Länder. Österreich ist schön, und es ist schön, darin zu leben.
Gericht: Wenn du einen langen Tag hattest und draußen warst, schmeckt alles super.
Getränk: Quellwasser

Persönliches Mitbringsel

Mein Band, das ich in Kolumbien von einem Indianer gekauft habe. Das ist eine Art Glücksbringer.
Armband und Glücksbringer

Schönstes und negativstes Erlebnis der vergangenen Woche

Schönstes: Als mein Kind gelacht hat.
Negativstes: War nichts Schlimmes dabei.

Berufswunsch als Kind

Auf einem Pferd reiten, daneben läuft ein Wolf, und einen Adler auf dem Arm sitzen haben. Ist zwar kein Beruf, so habe ich mir das aber vorgestellt.

Wen wolltest du immer schon einmal treffen?

Josef Hader. Den habe ich sogar schon einmal getroffen. Mit der Stefanie Sargnagel würde ich auch gerne einmal plaudern.

Teenie-Schwarm

Keine Ahnung. Fällt mir ad hoc nicht ein. Ich war in einer Buben-Schule.

Restaurant-Bestellung

Saurer Radler mit Süßkartoffel-Pommes und Sour-Cream-Sauce

Ort des Interviews

Propeller Schuberthof
Das Propeller befindet sich direkt hinter dem Schloßberg in der Zinzendorfgasse 17 in 8010 Graz und gehört zur Bausatzlokalgruppe. Der Name ist Programm. So kann man sich diverse Gerichte im Bausatz selbst zusammenstellen. Ripperl, Salate, Schnitzel, Pfannen, Burger, Brote und Desserts – serviert im von Kastanienbäumen beschatteten Gastgarten, sollte damit für jeden was dabei sein.

Reisevideo

Bildgallerie

zur Verfügung gestellt von Franz Paul Horn