Norman Shetler
Kinobetreiber
Kultur
02.04.2026
02.04.2026
Wir sitzen in der Kinobar, die es seit 1960 gibt und schon viel erlebt hat. Erst vor wenigen Monaten war Hollywood-Star Willem Dafoe hier, um die Premiere seines Films »Der Souffleur« zu feiern. Willst du ein paar weitere Momente aus der Vergangenheit Revue passieren lassen?
Viele Momente haben tatsächlich mit den Personen zu tun, die das Gartenbaukino besuchen. Dazu gehören unter anderem auch Hollywood-Stars wie Tom Cruise. Auch wenn man sich eigentlich nichts zu sagen hat, sind solche Begegnungen natürlich etwas Besonderes. Man muss dann halt überlegen, wie man die 45 Sekunden, die man gemeinsam hat, am besten nutzt. Wirklich persönlich ist solch ein Aufeinandertreffen nicht, weswegen es auch irgendwie entzaubernd ist. Dennoch ist es spannend! Tom Cruise hatte eine riesige Entourage von professionellen und coolen Leuten dabei, die alle gut drauf waren. Im Vorfeld gab es da extrem viel abzustimmen – alleine schon sicherheitstechnisch. Wie schauen die Wege aus, wann wird er wo sein und so weiter. Als das alles geklärt war, habe ich gefragt, ob es möglich ist, einen kurzen Moment mit ihm zu haben. Das war dann schon cool! Willem Dafoe hingegen war ohne Security und Entourage hier und hat einfach mit jedem gesprochen, der ihm über den Weg gelaufen ist, was wiederum sehr charismatisch war.
Andere besondere Erlebnisse ergeben sich dadurch, dass Menschen ins Gartenbaukino kommen, die ansonsten nichts mit Filmen zu tun haben. Vor zehn Jahren war ein Fanclub einer etablierten Wiener Fußballmannschaft zu Gast. Sie haben sich eine Dokumentation von einem befreundeten Fußballclub angesehen. Obwohl diese Ultras eher verschrien sind, waren es positive Fanmomente, die von Wertschätzung und Respekt geprägt waren. Das Kino war danach sauberer als vorher. Ebenfalls vor zehn Jahren gab es die Premiere eines selbstgedrehten Star-Wars-Films einer Fangruppe. Die waren super motiviert und der Film war extrem professionell produziert. Dieser gesamte Vibe war echt großartig! Noch ein Beispiel: das 25-Jahre-Screening von »Dirty Dancing« mit 700 Zuschauern und einem Frauenanteil von wahrscheinlich 80 Prozent. Der Saal hat getobt! Solche Erlebnisse kann man nicht steuern. Die passieren einfach und sind wunderschön. Als wir 65 Jahre Gartenbaukino gefeiert haben, sind alle im Stil der 60er in Smokings und Abendkleidern gekommen, um den Start des Gartenbaukinos nachzustellen, als Kirk Douglas hier war.
Andere besondere Erlebnisse ergeben sich dadurch, dass Menschen ins Gartenbaukino kommen, die ansonsten nichts mit Filmen zu tun haben. Vor zehn Jahren war ein Fanclub einer etablierten Wiener Fußballmannschaft zu Gast. Sie haben sich eine Dokumentation von einem befreundeten Fußballclub angesehen. Obwohl diese Ultras eher verschrien sind, waren es positive Fanmomente, die von Wertschätzung und Respekt geprägt waren. Das Kino war danach sauberer als vorher. Ebenfalls vor zehn Jahren gab es die Premiere eines selbstgedrehten Star-Wars-Films einer Fangruppe. Die waren super motiviert und der Film war extrem professionell produziert. Dieser gesamte Vibe war echt großartig! Noch ein Beispiel: das 25-Jahre-Screening von »Dirty Dancing« mit 700 Zuschauern und einem Frauenanteil von wahrscheinlich 80 Prozent. Der Saal hat getobt! Solche Erlebnisse kann man nicht steuern. Die passieren einfach und sind wunderschön. Als wir 65 Jahre Gartenbaukino gefeiert haben, sind alle im Stil der 60er in Smokings und Abendkleidern gekommen, um den Start des Gartenbaukinos nachzustellen, als Kirk Douglas hier war.
Wenn wir nun von der Vergangenheit des Kinos kurz in deine eigene Vergangenheit blicken, kommt man an einem Vergleich mit dem Film »High Fidelity« nicht umher. Er handelt von einem Musik-Nerd, der seinen eigenen Plattenladen besitzt. Bei dir waren es keine Platten, sondern Videos.
(grinst) Ja, stimmt. Mein erster Job war der in einer Videothek, damals der einzig englischsprachigen in Wien. Danach habe ich mit einem Bekannten, der einer meiner Kunden war, eine eigene Videothek eröffnet, weil wir der Meinung waren, dass wir das besser können. Von daher ist der Vergleich naheliegend. Irgendwie konnte ich nichts anderes, nicht mal studieren, weil ich dabei kläglich gescheitert bin. Was ich gut konnte: Arbeiten, mit Menschen umgehen und Filme schauen. (lacht)
Hast du dann wie im Film »High Fidelity« Parallelen in der Musik- bzw. Filmwelt gesucht, in die du immer wieder abgetaucht bist? Oder ist das eher ein Klischee der 90er bezogen auf Plattenläden und Videotheken?
Ich glaube, dass ich relativ gut in der Realität verhaftet war, wobei Filme sicherlich auch eine Art Zufluchtsort waren. Vor allem als Jugendlicher bin ich gerne und oft alleine ins Kino gegangen. Irgendwie hat sich das mit der Videothek dann ergeben, genauso wie der Job im Gartenbaukino. Die Stelle war vakant, ich habe mich beworben und man hat sich für mich entschieden. Masterplan hatte ich hinter alldem nicht.
»Man braucht die Banalitäten des Lebens im Leben«
Nehmen wir an, du könntest die reale Welt gegen einen Film tauschen und müsstest den Rest deines Lebens darin verbringen. Welcher wäre es und warum?
Total schwierige Frage! Das Problem ist Folgendes: Ich glaube, man braucht Langeweile und Alltag im Leben. Man braucht die Banalitäten des Lebens im Leben. Es gibt keinen Film, der das wirklich gut wiedergibt.
Auch nicht Woody Allen?
In Woody-Allen-Filmen sind sie alle damit beschäftigt, die ganze Zeit wahnsinnig gescheit zu reden.
Was ist mit der Before-Sunrise-Trilogie? Die reden zwar auch viel, aber …
… eigentlich ist das eine schöne Idee. Das ist sicherlich ein Sehnsuchtsfilm aus meiner späteren Jugend. 1993 war ich 19. So gesehen, ja … in so einer Situation wäre ich gerne gewesen. Was aus den beiden dann allerdings geworden ist, da wäre ich nicht mehr so gerne dabei gewesen. So nachvollziehbar und wahr das auch alles ist. Also nein, ich habe keine Antwort auf deine ursprüngliche Frage. Es gibt sicherlich viele Filme, in die ich gerne für einen Tag reinschnuppern würde. Zum Beispiel »Mad Max: Fury Road«. Das wäre aus der Ferne sicherlich lustig. (lacht)

Wenn es keine Entscheidung für einen Film gibt, dann frage ich nun nach dem Genre.
Da wäre ich dann bei Film Noir oder tatsächlich Woody Allen. Dieses New Yorker Intellektuellenmilieu fand ich lange spannend. Früher war das sicherlich ein Sehnsuchtsort, dessen Teil man vielleicht gerne einmal gewesen wäre. Mittlerweile nicht mehr, weil es mir zu anstrengend wäre.
Bei aller Magie und Fantasie, die uns das Kino und die darin gezeigten Filme bieten, fällt die nächste sehr nüchterne und realitätsnahe Frage nicht so einfach. Ich stelle sie dennoch. Fürchtest du in Zeiten des politischen Sparwillens um Subventionen und damit um den Fortbestand des Gartenbaukinos?
Die kurze Antwort lautet: Nein. Im Frühling 2026 fürchte ich so etwas nicht. Das heißt nicht, dass ich nicht schon mal gefürchtet habe oder in Zukunft vielleicht immer wieder einmal fürchten werde. In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich so etwas wie eine finanzielle Stabilität eingestellt. Den Job mache ich nun seit 18 Jahren. Die Entwicklung der letzten Jahre, die mit einem gewissen Publikumszuwachs einhergeht, ist schon ein Erfolg und auch eine gewisse Anerkennung, die mit Akzeptanz zu tun hat. Das war nicht immer so. Wir sind also breit aufgestellt – sowohl beim Publikum der Stadt als auch beim Subventionsgeber. Als ich 2008 angefangen habe, war diese Akzeptanz nicht vorhanden. Damals gab es einen Kontrollamtsbericht, also vom Rechnungshof, der die Anfangsjahre des frisch von der Viennale übernommenen Kinos beleuchtet hat, was dazu geführt hat, dass uns die Politik eher als Fass ohne Boden betrachtet hat. Damals wurde ganz offensiv hinterfragt, ob man ein Kino dieser Größe wirklich noch betreiben müsse. Über die Jahre haben wir uns also erarbeitet, dass wir angekommen sind, um zu bleiben. Ich glaube, wenn heute Subventionen wegfallen würden, würde es einen Riesenaufschrei geben. Ich möchte allerdings dazu sagen, dass wir ein gutes Einvernehmen mit der Stadt und der zuständigen Stadträtin haben.
Die österreichischen Programmkinos sind in den vergangenen Jahren kreativ geworden, wenn es darum geht, das Publikum neu anzusprechen. Stichwort »nonstop Kino-Abo« – ein Zusammenschluss vieler unabhängiger Kinos mit dem Ziel, die Besucher an sich zu binden, vielleicht auch nach dem Vorbild der Streaming-Abos. Laut Medienberichten dürfte die Strategie aufgehen.
Ja, stimmt.
Warum hat man es dann nicht schon früher gemacht?
Gute Frage! (lacht) Prinzipiell kommt das Modell aus Holland und existiert dort seit ca. 15 Jahren. In Amerika gab es ähnliche Modelle, die komplett gescheitert sind. In Deutschland gab es lokale Modelle. In Österreich hat es, glaube ich, einmal eine Kinokette probiert. In der Art und Weise, wie es aktuell besteht, hat es zuvor allerdings noch nie jemand probiert. Angestoßen hat es Wiktoria Pelzer, die damals mit mir im Gartenbaukino und Stadtkino gearbeitet hat. Sie meinte, Österreich braucht das Kino-Abo und sie möchte das gerne gemeinsam starten. Ich war damals ehrlicherweise total skeptisch. Ich glaube auch, dass es früher – vor zehn Jahren oder so – in der Form nicht möglich gewesen wäre. Vor Corona wäre es schwieriger gewesen, die Kinos für eine gemeinsame Aktion zu bündeln.
Könnte man zugespitzt sagen, dass durch die g’schisserne Corona-Zeit wirtschaftlich etwas Nachhaltiges entstanden ist?
Why not?! Nochmal durchmachen möchte man die Zeit sicherlich nicht, aber es kam durchaus etwas Gutes dabei heraus. Wir hatten damals die Ressourcen frei, uns mit alternativen Möglichkeiten zu beschäftigen und haben daher Visionen gesponnen.
Wenn man an die öffentliche Debatte rund ums Klimaticket und die daran beteiligten Verkehrsverbände denkt, stellt man sich solch einen Prozess nicht ganz einfach vor. Wie ist die Aufteilung zwischen den Kinos? Gibt es einen Verteilschlüssel?
Es gibt einen, aber der ist für alle gleich, unabhängig von der Kinogröße. Alles andere würde nicht funktionieren. Der Kollateralnutzen ist einfach vorhanden. Das Konzept war zwar gewagt, aber die Zahlen aus Holland haben gezeigt, dass sich das Ganze nach relativ kurzer Zeit gut ausgehen wird für alle.

Apropos Kreativität: Im Gartenbaukino gibt es die Möglichkeit, die Patenschaft für einen Kinosessel zu übernehmen.
Genau. Die Maßnahme ist aus einer gewissen Not heraus entstanden, während der Generalsanierung im Jahr 2021. Wir hatten damals sechs Monate lang geschlossen und haben von Grund auf renoviert. Wir hatten ein Budgetloch von einer guten Viertelmillion. Überbrückt haben wir das mit einem Crowdfunding – vom Kinoticket bis hin zu einer Exklusiv-Miete des gesamten Kinos. In der Mitte, als zentrales Paket, gab es die Sesselpatenschaften. Das haben damals rund 400 Leute in Anspruch genommen.
Die Möglichkeit gibt es nach wie vor.
Absolut, es geht nach wie vor. Es ist großartig, darüber Menschen so an sich binden zu können. Jede Plakette ist mit einem Menschen verbunden. Das ist schon super!
Hat man als Kinobesucher dann Anrecht auf seinen Platz? »Aufstehen, da ist mein Name drauf!«
(lacht) Die Frage bekommen wir oft und leider müssen wir sie verneinen, weil es logistisch unmöglich umsetzbar wäre. Was allerdings viele Leute machen: Sie übernehmen die Patenschaft für einen Platz, der bei Vorstellungen nicht gerne genommen wird. Damit können sie dann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf ihrem Platz sitzen. Es ist also ein durchaus emotionales Thema, für das wir auch viel positives Feedback bekommen haben.
»Ich glaube, Streaming wird in sich zusammenfallen und kollabieren«
Kommen wir zu einem anderen emotionalen Thema: Kino vs. Streaming! Ich frage gar nicht erst … leg einfach los.
Lassen wir das »versus« weg. Warum nicht Kino und Streaming?
Also eine friedvolle Koexistenz.
Ich nutze Streaming, meine Kinder nutzen Streaming. Es hat viel Potenzial, das bisher noch nicht ausgeschöpft wird. Aber das Heilsversprechen, dass endlich alles verfügbar sein wird, war natürlich großer Bullshit. Generell glaube ich auch, dass das Ganze etwas in sich zusammenfallen wird in den nächsten fünf bis sieben Jahren. Es wird kollabieren.
Weil es mittlerweile zu viele Anbieter gibt?
Einerseits das, andererseits werden die Konsumentinnen und Konsumenten ein bissl verarscht mit den Werbeeinschaltungen und steigenden Gebühren. Gleichzeitig wird es immer unübersichtlicher, und KI-Content kommt immer stärker. Ein Faktor wird es bleiben, aber gleichzeitig glaube ich, dass sich die Leute bewusster davon abwenden werden. Möglicherweise tun sie es jetzt schon. Überprüfen kann ich es nicht. Was ich sagen kann: Im Kino haben wir seit Jahren einen konstanten Zuwachs. Vielleicht hat das mit Streaming-Verdrossenheit zu tun? Ich kann es nicht sagen. Aber weder als Privat- noch als Geschäftsmensch habe ich ein Problem mit Streaming per se. Problematisch sehe ich eher Folgendes: Wenn ich eine Werkschau zu Martin Scorsese machen möchte, besteht mitunter die Möglichkeit, dass ich »The Irishman« nicht zeigen darf. Er wurde von Netflix produziert und hatte nur ein kurzes Kinofenster, vor dem Hintergrund auch bei den Oscars ins Rennen gehen zu können. Der Film wurde schlichtweg nicht fürs Kino produziert, sondern für die Streaming-Plattform. Davon gibt es dutzende Beispiele. Bei Guillermo del Toros »Frankenstein« habe ich es gerade noch so geschafft, österreichweit das einzige Kino-Screening zu organisieren. Es ist toll, dass del Toro das Budget erhalten hat, sein Lebensprojekt umzusetzen. Gleichzeitig sehe ich es als Verantwortung gegenüber der Filmkultur, dass Streaming-Anbieter Filme in einer adäquaten Weise zugänglich machen, also nicht nur für den Heimgebrauch.
Bei aller Kritik an Streaming-Anbietern muss man ihnen auch zugestehen, dass sie Storytelling massiv weiterentwickelt haben. Serien in der heutigen Erzählform wären ohne Netflix und Co. wahrscheinlich nicht denkbar. Müssen große Geschichten also wirklich immer auf der großen Leinwand erzählt werden?
Nein, das ist natürlich totaler Unsinn. Das serielle Format bietet tolle Möglichkeiten, die das Kino nicht bieten kann. Man hat zu Hause mehr Zeit. Du kannst eine Serie als einen Teil für sich ansehen oder alles auf einmal, auch wenn ich persönlich kein Freund von Binge-Watching bin.
Die Verwertungsfenster waren früher Kino, Fernsehen, Videotheken, Kassetten bzw. DVDs sowie Blu-rays und später auch Streaming. Letztere Anbieter wurden immer stärker, sind selbst zu Produzenten aufgestiegen und haben letztendlich entschieden, dass Kino nicht mehr unbedingt zur Verwertungskette gehören muss. Wahrscheinlich, weil es ihnen zu kleinteilig in der Organisation ist.
Genauso ist es, zumindest der Annahme nach. Die werden sich das sicher genau durchrechnen. Ökonomisch macht es wahrscheinlich wirklich am wenigsten Sinn. Ganz verkehrt sehe ich eine Kinopräsenz dennoch nicht, weil man ja auf sein Programm aufmerksam macht.
Haben klassische Filmverleiher und Hollywood-Studios Streaming-Anbieter nicht sogar selbst groß gemacht und bis zu einem gewissen Grad ihr eigenes Grab geschaufelt? Sie haben die Lizenzen zum Streaming vergeben. Netflix war früher selbst eine Videothek und ist mittlerweile so groß, dass es sogar Paramount übernehmen wollte.
Muss man leider so sagen, ja. Keine Ahnung, wie Netflix aufgestellt ist, aber die Struktur ist wahrscheinlich jünger und dynamischer als die von Paramount.
Sitzt du manchmal außerhalb der Öffnungszeiten im Kinosaal des Gartenbau und schaust dir ganz für dich alleine einen Film an?
Viel zu selten! Ich bin generell selten im Kinosaal, außer bei Screenings. Ansonsten nicht mal bei Veranstaltungen. Am ehesten während der Viennale, weil ich dann selbst mehr Gast und als Gastgeber bin.
Das ray Filmmagazin zeigt immer wieder auf einer der ersten Doppelseiten Kinosäle aus anderen Ländern. Gehst du in anderen Ländern, wenn du zum Beispiel auf Reisen bist, in andere Kinos, um dir die Säle dort anzusehen? Sind dir vielleicht sogar noch welche im Gedächtnis?
Bevor ich Kinder hatte, bin ich viel gereist. Vor allem in Südostasien und Afrika. Auf meinen Reisen habe ich immer drei Dinge getan: Ich habe die billigsten lokalen Zigaretten geraucht, eine Hip-Hop-CD in lokaler Sprache gekauft und ein lokales Kino besucht. Burma, Marokko, Thailand sind mir noch speziell in Erinnerung, aber auch viele andere Länder. Das waren tolle Erfahrungen! Die schönste war in Burma. Der Manager wollte mich ursprünglich gar nicht reinlassen, weil er meinte, dass ich die Sprache sowieso nicht verstehe. Als er gemerkt hat, dass mir das egal ist, hat er sich zu mir gesetzt und den Film simultan übersetzt. (lacht) Danach sind wir noch in die Vorführkabine gegangen und haben zusammen eine geraucht. Vorführkabinen schaue ich mir heute auch noch gerne an. Das Kino International in Berlin finde ich grandios und sehe ich irgendwie als Schwesterkino an. Ich glaube sogar, dass es auch 1960 erbaut wurde. Auch das Grand Rex in Paris sowie das Filmcasino in Wien sind toll. Wobei ich sagen muss, dass ich Kinobauten mag, die auch als solche konzipiert wurden. Es gibt auch Theater, die zum Kino umfunktioniert wurden. Die sind vom Stil nicht ganz meines.
Liegt die Zukunft des Kinos einerseits in klassischen Kinobauten, die stilvolle Programmkinos sind, und andererseits in hochmodernen Multiplex-Kinosälen am neuesten Stand der Technik? Dazwischen gibt es nicht mehr wirklich viel.
Ja, stimmt schon. Dazwischen sind irgendwie die Grätzlkinos, von denen es immer weniger gibt. Das Admiral ist eines der wenigen, die Breitenseer Lichtspiele gibt es, und das Bellaria macht wieder auf. Also, es machen auch wieder welche auf. Dann gibt es noch die Nahversorger, wie das Cinema Paradiso in Baden und St. Pölten mit Konzerten, Lesungen, Poetry Slams und Gastronomie.
Lieblings-
Buch: The Corrections (Jonathan Franzen)
Film: Das kann ich unmöglich beantworten!
Song: My Favorite Things (Sound of Music / John Coltrane)
Schauspieler/in: Robert De Niro, denn er war mein Einstieg in die Filmwelt.
Motto: Raum für Notizen.
Autor/in: David Sedaris, wobei ich sicherlich seit zehn Jahren kein ganzes Buch mehr gelesen habe.
Serie: Twin Peaks, The Prisoner, Die Sopranos, Friends, Seinfeld
Stadt: Wien
Land: Marokko, Japan
Gericht: Die Lasagne meiner Frau
Getränk: Soda Zitrone
Film: Das kann ich unmöglich beantworten!
Song: My Favorite Things (Sound of Music / John Coltrane)
Schauspieler/in: Robert De Niro, denn er war mein Einstieg in die Filmwelt.
Motto: Raum für Notizen.
Autor/in: David Sedaris, wobei ich sicherlich seit zehn Jahren kein ganzes Buch mehr gelesen habe.
Serie: Twin Peaks, The Prisoner, Die Sopranos, Friends, Seinfeld
Stadt: Wien
Land: Marokko, Japan
Gericht: Die Lasagne meiner Frau
Getränk: Soda Zitrone
Schönstes und negativstes Erlebnis der vergangenen Woche
Schönstes: Ich habe Tickets für den Song Contest ergattert.
Negativstes: Wir wollten im Außenbereich des Kinos etwas ändern und das wurde von der Behörde abgelehnt.
Negativstes: Wir wollten im Außenbereich des Kinos etwas ändern und das wurde von der Behörde abgelehnt.
Persönliches Mitbringsel
Es handelt sich um etwas, das ich nicht mitnehmen konnte: ein Narwal-Zahn. Es sind Wale, die vorne ein Horn haben und im Fantasy-Bereich die Vorlage fürs Einhorn waren. Mein Vater hat 1986 in Grönland einen Narwal-Zahn gekauft, der zwei Meter groß ist. Vor drei Wochen habe ich den Nachlass meiner Eltern fertiggestellt. Da war der Zahn dabei. Da es sich um eine geschützte Art handelt, darf man das heute nicht mehr verkaufen. Damals hat er ihn ganz legal erstanden. Irgendwie ist es absurd, dass ich diesen Zahn jetzt zu Hause stehen habe.
Berufswunsch als Kind
Astronaut und Astrophysiker.
Wen wolltest du immer schon mal treffen?
Den Physiker Richard Feynman.
Teenie-Schwarm
Im Puppenfilm »Der dunkle Kristall« von Jim Henson gab es eine weibliche Elfe, in die ich total verknallt war als Achtjähriger!
Getränk während des Interviews
Melange
Ort des Interviews
Bar des Gartenbaukinos
Passend zum heutigen Interviewpartner wurde das Interview bei Kaffee und Tee in der Bar des Hauses geführt – kurz vor den offiziellen Öffnungszeiten. Und so war es möglich, das Gartenbaukino so ruhig wie sonst nie zu erleben. Wo es sonst wuselt, Kinotickets abgerissen werden, Popcorn genascht und kühles Bier geschlürft wird, war es muxmäuschenstill. Statt dem Geraschel der Chips war vor dem Interview nur die Siebträgermaschine zu hören, als die Melange von Norman Shetler zubereitet wurde. Und so hat sich das Kino von einer anderen Seite gezeigt. Andächtig abwartend, aber nicht weniger magisch. Und dann hieß es: Klappe, Interview, die erste Frage!
Passend zum heutigen Interviewpartner wurde das Interview bei Kaffee und Tee in der Bar des Hauses geführt – kurz vor den offiziellen Öffnungszeiten. Und so war es möglich, das Gartenbaukino so ruhig wie sonst nie zu erleben. Wo es sonst wuselt, Kinotickets abgerissen werden, Popcorn genascht und kühles Bier geschlürft wird, war es muxmäuschenstill. Statt dem Geraschel der Chips war vor dem Interview nur die Siebträgermaschine zu hören, als die Melange von Norman Shetler zubereitet wurde. Und so hat sich das Kino von einer anderen Seite gezeigt. Andächtig abwartend, aber nicht weniger magisch. Und dann hieß es: Klappe, Interview, die erste Frage!
Weitere Interviews

Gesellschaft21.05.2023
KI-Forscher Mugdim Bublin
»Ich habe Angst vor dem Missbrauch dieser Technologie«

Kultur04.04.2022
Sängerin Jazz Gitti
»Mit den Konsequenzen der eigenen Handlungen ist man immer allein«

Gesellschaft27.09.2021
Müllmann Michael Gremlica
»Ich war schon als kleiner Bub Fan von der Müllabfuhr«

