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Im Interview: Freimaurer-Großmeister Georg Semler
 
       
       
Georg Semler

Großmeister der österreichischen Freimaurer-Großloge

Gesellschaft
06.10.2026
Der heutige Interviewpartner, Dr. Georg Semler, gehört einem der mythenhaftesten Geheimbünde der Menschheitsgeschichte an: den Freimaurern. Sie selbst sehen sich eher als »diskrete Gesellschaft« denn als Geheimbund. Und doch – oder gerade deshalb – ranken sich viele Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten und sogar Ängste um eines der ältesten Netzwerke der Welt. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehörten unter anderem Johann Wolfgang von Goethe, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Armstrong, George Washington, Sir Winston Churchill oder auch Alexander Van der Bellen. Im Interview mit Talkaccino gibt Großmeister Semler Einblicke in die Freimaurerei, räumt mit Mythen auf und richtet eine Botschaft an die Gesellschaft.

Wir sitzen hier in der Großloge von Österreich in der Rauhensteingasse im Ersten Wiener Gemeindebezirk. Was verbinden Sie mit diesem Ort?

Ich bin seit nun rund 35 Jahren im Bund, womit es seit Jahrzehnten ein Ort ist, der meine Gedanken beflügelt und viele meiner Lebensentscheidungen mitbeeinflusst hat. Man bekommt oft Antworten auf Themen, die einen beschäftigen, wodurch man eine gefestigte Entscheidungsgrundlage erhält.

Können Sie das an einem Beispiel konkretisieren?

Als eine private Entscheidung angestanden ist, hat einer meiner Brüder darüber gesprochen, dass er nicht mehr allzu lange leben wird. Das hat mich so weit bewegt, dass ich für mich klar die Endlichkeit des Lebens erkannt habe. Natürlich weiß das jeder, dennoch ist es durch das Gespräch damals in die anstehende Entscheidung eingeflossen. Wir Freimaurer verwenden das Symbol des 24-zölligen Maßstabs. Er zeigt die 24 Stunden eines Tages, die man sich einteilen soll. Gleichzeitig symbolisiert er auch das ganze Leben, das man sich einteilen soll. Das Leben entwickelt sich in Phasen, und jede einzelne davon hat die richtige Zeit für gewisse Dinge. Den Zeitenwechsel sollte man erkennen. Symbole helfen dabei.

Sie haben erwähnt, dass Sie seit 35 Jahren Freimaurer sind. Wie ist es dazu gekommen?

Ich bin wie die meisten zur Freimaurerei gekommen: Ein väterlicher Freund, den ich immer sehr als Gesprächspartner geschätzt habe, hat mir eines Tages ein Buch zu lesen gegeben, das von der Freimaurerei gehandelt hat, und meinte: »Ich glaube, das könnte dich interessieren. Ich glaube auch, dass du in weiterer Folge einen Beitrag leisten könntest.« Bis dahin war meine Wahrnehmung durch öffentliche Artikel geprägt. Das Magazin »profil« hat damals gerne mit den geheimen Mitgliederlisten der Freimaurer polarisiert. Als ich die Möglichkeit hatte, mehr reinzuschnuppern und mich einzufühlen, war ich froh, dass man mich zur Aufnahme vorgeschlagen hat.

Wie wurden Sie Jahre später Großmeister?

Ich war immer sehr interessiert und habe in meiner Loge unterschiedliche Ämter ausgeführt. Mit der Zeit steigt man in wichtigere Funktionen auf und wird womöglich Vorsitzender einer Loge, die man dann leitet. Da ich gelernter Rechtsanwalt bin, hat man mich nach drei Jahren im Vorsitz gefragt, ob ich die Justizangelegenheiten in der Großloge, eine Art Dachverband der Freimaurer, übernehmen würde. So bin ich tiefer in die Organisation der Großloge eingetaucht. Mein Vorgänger hat sein Amt aus Altersgründen zurückgelegt. Einige haben sich berufen gefühlt, sein Nachfolger als Großmeister zu werden. Die Mehrheit der Logenvorsitzenden, die mit einer Zweidrittelmehrheit entscheiden müssen, war davon allerdings nicht sonderlich angetan. Kurz gesagt: Ich bin als Justiziar in die Sitzung gegangen und als Großmeister herausgekommen.

Was hat sich seitdem für Sie geändert?

Da ich ein sehr verantwortungsvoller Mensch bin, war ich mir vom ersten Tag an meiner Verantwortung bewusst, die ich mit Amtsantritt übernehme. Es geht darum, Linie zu halten, Interessen auszugleichen und mit Fingerspitzengefühl »Primus inter pares« zu sein. Der Großmeister der Großloge von Österreich hat gemäß Konstitution eine relativ große Machtfülle. Für die drei Jahre, für die man gewählt ist, hat man schon fast undemokratische Möglichkeiten. Mittlerweile bin ich zum fünften Mal wiedergewählt worden und habe in der Zeit nicht mal fünf Prozent meiner Rechte ausüben müssen. Wenn es einem nicht gelingt, seine Brüder und Mitglieder in eine gemeinsame Richtung zu motivieren und zu bewegen, wird es mit Gewalt auch nicht gehen. Wenn man will, dass Leute Schiffe bauen sollen, hilft es nichts, ihnen über den Bau von Schiffen zu erzählen. Man muss ihre Sehnsucht nach der Seefahrt wecken.
Im Gespräch mit Freimaurer-Großmeister Georg Semler

Schaffen Sie es wirklich nur, die Sehnsucht und Leidenschaft in Menschen zu wecken, oder sind Sie vielleicht doch ein machtorientierter Mensch, der sich einfach sehr viel Handlungsspielraum bewahrt hat und sich dessen bewusst ist, eben weil erst fünf Prozent der Macht ausgeübt wurden?

Ich bin mir dessen bewusst, dennoch glaube ich, dass man sie nicht ausüben muss. Sobald ich meine Macht einsetzen muss, habe ich Widerstände zu überwinden, die irgendwann wiederkommen werden. Das Problem wäre dadurch nicht gelöst. Es kann nur in einem Ausgleich funktionieren, der mit überzeugendem Leadership gelebt wird, womit die Richtung vorgegeben wird.

Können Sie mit dem Begriff der »diskreten Gesellschaft« etwas anfangen, so wie ihn der österreichische Historiker Dieter A. Binder definiert hat?

Mit »diskret« kann ich sehr viel anfangen. Mit »Geheimbund« kann ich wenig anfangen. An uns ist nichts geheim. Wir beide würden hier nicht gemeinsam sitzen, wenn ich geheim hätte bleiben wollen.
»An uns ist nichts geheim«

Vielleicht wollen Sie nur von bestimmten Personen gefunden und angefragt werden.

Gehen wir davon aus, ich wäre intelligent genug, um geheim bleiben zu wollen. Dann würde die Großloge nicht im Telefonbuch stehen, hätte keine Website, kein Türschild und kein Symbol an unserem Haus. Wir sind allen Behörden bekannt und offiziell registriert. An uns ist nichts geheim, außer die Namen der lebenden Mitglieder, alleine schon aus Datenschutzgründen. Jedes Unternehmen, jede Gesundheitseinrichtung, jeder Verein handhabt das so. Niemand gibt seine Mitgliederlisten wahllos heraus. Das gilt übrigens auch für politische Parteien, Burschenschaften und Religionsgemeinschaften – alles davon sind wir im Übrigen garantiert nicht. Interessanterweise wirft man es immer nur uns Freimaurern vor, intransparent zu sein, nur weil wir unsere Mitgliedschaften diskret behandeln.

Warum glauben Sie, ist das so?

Es ist ein interessantes Phänomen, dass sich so viele Menschen dafür interessieren, ob jemand Freimaurer ist. Ist es Befangenheit, wenn ein Richter Freimaurer ist und eine der Parteien im Gerichtssaal Freimaurer ist? Niemand wird diesen Richter fragen, ob er dasselbe Religionsbekenntnis hat oder derselben Partei angehört.

Nach der Partei wird schon gerne mal gefragt.

Also offensiv sicher nicht, weil er sich darauf berufen kann, dass das seine Privatsache ist. Wenn aber ein potenzieller Freimaurer danach gefragt wird und er so antwortet, steht sofort im Raum, dass er etwas zu verbergen hat. Es entspricht der Judikatur des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, dass es Privatangelegenheit und Privatsphäre ist.

Sind Ihre Mitgliederlisten in einer verschlüsselten Datenbank besonders gut geschützt von der IT-Sicherheit? Offenbar interessieren sich so viele Menschen dafür, dass Sie die Befürchtung haben müssen, gehackt zu werden, damit die Listen endlich veröffentlicht werden.

Ich glaube, wir haben eine ganz gute Methode, die Listen zu schützen. Es gibt keine Gesamtliste der österreichischen Freimaurer, sondern nur Verzeichnisse pro Loge, die wiederum nicht intern verknüpft sind. Wenn Geheimdienste etwas hacken wollen, werden sie es schon schaffen, aber von denen besteht kein Interesse. Für einfach nur Neugierige ist es zu gut geschützt. Wir haben den konservativen Weg einer Mitgliederdatei, die vor Ort geführt wird. Man müsste in unser Haus einbrechen, um die Datei zu finden.

Vereinfacht gesagt: Eine externe Festplatte mit einem Excel-File.

Ich bin kein IT-Experte. Es handelt sich jedenfalls um eine Insellösung, die vom Internet abgekoppelt ist.

Wissen Sie, welche andere »diskrete Gesellschaft« es noch gibt? Die Mafia. Über sie wurde über die letzten Jahrzehnte wahrscheinlich ähnlich viel publiziert und spekuliert wie über die Freimaurer.

Ob es ähnlich viel ist, traue ich mich nicht zu beurteilen. Ehrlich gesagt tu ich mir mit dem Vergleich schwer, wenngleich es eine – eine einzige – historische Verbindung gab: die P2 in Italien. Das ist schon Jahrzehnte her. Damals haben sich Putschisten, die einen Staatsstreich geplant hatten, der Formen der Freimaurer bedient, ohne Teil der Großloge von Italien zu sein. Die haben Freimaurer gespielt und unsere Strukturen nachgebildet, um an ihrem Putsch zu arbeiten. Das hat jahrelang Nachteile für unsere italienischen Brüder gebracht, weil sie leider immer wieder damit in Zusammenhang gebracht wurden. Unsere Inhalte kann man in jeder besseren Bibliothek nachlesen: Wir beschäftigen uns mit humanitären Anliegen und streben nach einer liberalen Demokratie als Gesellschaftsordnung. Wir bekennen uns vorbehaltlos zum Rechtsstaat. Bei der Mafia habe ich keine großen Einblicke, aber all das trifft dort eher nicht zu.

Die einzige Parallele wäre wahrscheinlich der Begriff der Ehrenmänner.

Ehre in diesen Kreisen ist wahrscheinlich ein anderer Ehrbegriff als in unseren Kreisen. Wir verwenden lieber den Begriff »Freie Männer von gutem Ruf« bei unserer Aufnahme. Es geht darum, dass es Männer sind, die frei im Denken sind. Historisch war das für Sklaven eher schwierig. Wir wollen niemanden, der auch nur den Anschein von krummen Geschäften hat. Das ist streng verpönt bei uns.
Im Interview: Freimaurer-Großmeister Georg Semler

Was passiert, wenn jemand bei Ihnen aufgenommen wird und die Person ist mit der Zeit in krumme Geschäfte verwickelt oder verstößt anderweitig gegen Ihren Kodex, wie beispielsweise das Offenlegen anderer Mitglieder?

Der oft zitierte Maurer, der ursprünglich ein freier Mann von gutem Ruf war: Peter Hochegger, der im BUWOG-Prozess verurteilt wurde. Er kam vor über 30 Jahren zu uns, damals als junger, tadelloser und anständiger PR-Berater und Medienmann. Im Laufe der Jahrzehnte ist er dann falsch abgebogen. Als das greifbar wurde, habe ich ihn in meiner Funktion als Justiziar zu einem Gespräch eingeladen und ihm gesagt: »Bitte lege deine Mitgliedschaft zurück, sonst werden wir das für dich tun. Das kannst du dir ersparen. Geh den aufrichtigen Weg, denn du passt nicht mehr zu uns. Du hast dich in der Öffentlichkeit in eine Situation gebracht, die für uns untragbar ist. Wir wollen dir dabei nicht helfen.« Nachdem er nicht gleich wollte, hat das Gespräch um die drei Stunden gedauert. Dann aber hat er unterschrieben.

Wie haben Sie ihn dazu gebracht?

Ich habe lange alle Für und Wider mit ihm besprochen. Nach drei Stunden hat es funktioniert, und ich konnte das Café mit der unterschriebenen Austrittserklärung verlassen.

Sie haben ihm sozusagen Argumente vorgelegt, die er nicht ablehnen konnte.

Ich habe ihn aber nicht bedroht, um das klar auszusprechen! Ich habe das Thema einfach immer wieder durchdiskutiert.

Um ein anderes Beispiel anzusprechen …

… bevor Sie es tun, mach ich es gerne selbst: Florian Teichtmeister. Wie das Burgtheater, der ORF und alle anderen hatten wir in der Loge keine Ahnung von der Kinderpornografie. Diesen Aspekt seiner Persönlichkeit hat er komplett im Verborgenen gehalten. Als das bekannt wurde, habe ich seinen Logenvorsitzenden innerhalb von 24 Stunden darum gebeten, ein Gespräch mit ihm zu führen. Ihm wurde klar gemacht, den Anstand besitzen zu müssen, sich von uns zu lösen. Wir hatten keine Intention, ihn in irgendeiner Weise zu verteidigen. Das hat nichts mit Illoyalität zu tun, sondern mit einem inakzeptablen Verhalten, das man sofort als solches bezeichnen muss.

Anhand dieser beiden erwähnten Beispiele kann man sagen, dass die Freimaurer konsequenter agieren als so manche Partei.

Offensichtlich. In Parteien geht es um Machterhalt. Man ist auf einzelne Personen angewiesen, die vielleicht zu viel wissen. Auf die muss man dann leider oft Rücksicht nehmen, wodurch mit zweierlei oder sogar dreierlei Maß gemessen wird, ob jemand noch tragbar ist oder nicht.

Was, wenn ein Freimaurer unschuldig zum Handkuss kommt und tatsächlich nichts Negatives getan hat? Würden Sie Mitglieder verteidigen, auch juristisch?

Die Frage ist so zu beantworten, wie sie jeder beantworten würde, wenn es um Freunde geht. Man kennt jemanden lange, hat das Gefühl, befreundet zu sein, teilt gemeinsame Interessen und kann auf gemeinsame Erlebnisse zurückblicken. Wenn man dann feststellt, dass ihm etwas zur Last gelegt wird, werde ich diesen Freund fragen, ob da etwas dran ist. Genauso halte ich es mit Brüdern. Wenn jemand ein Geständnis ablegt, brauche ich die Frage nicht mehr zu stellen. Wenn aber jemand seine Unschuld beteuert, wird man helfen und beistehen, bis man weiß, was Sache ist.
»Die Sozialpartnerschaft war eine Verschwörung zum Guten«

Welche Entscheidungen, die hier in der Großloge getroffen wurden, hatten bislang tatsächliche Auswirkungen auf die Gesellschaft? Sei es politisch, ökonomisch oder humanistisch.

Die Sozialpartnerschaft hat Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahrzehnte weitergebracht. Soweit ich das Konstrukt überblicken kann, wurde diese Partnerschaft von Brüdern vereinbart. Es waren Gewerkschafter und Mitglieder der Industriellenvereinigung, die sich hier im Haus getroffen haben und meinten, sie müssten zusammenarbeiten, denn nur dann würden sie erfolgreich sein. Wenn man so will, kann man von einer Verschwörung zum Guten sprechen. So einfach war es. Heute hat die Formel der Sozialpartnerschaft nicht mehr ganz die Bedeutung von damals. Die Errungenschaften des sozialen Wiens wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Zwischenkriegszeit, maßgeblich von Freimaurern mitbeeinflusst, unter anderem von Ferdinand Hanusch. Das Wiener Sozialwesen, wie beispielsweise die Gemeindebauten, ist starkes freimaurerisches Gedankengut. Wir wollen uns sicher nicht mit einzelnen Aktivitäten rühmen, aber es ist schön zu wissen, dass Menschen, die mit uns verkehren, an ihrem Platz in der Gesellschaft etwas sehr Konstruktives weiterbringen. Das ist schon ein gutes Gefühl.

All das liegt schon relativ lange zurück. Gibt es vielleicht auch etwas in der jüngeren Vergangenheit, von dem Sie sagen können, dass es auf Ihr Konto geht?

Damit tu ich mir nun schwer, denn die Mitgliedschaften lebender Personen darf ich nicht offenlegen. Daher muss ich in der Geschichte etwas weiter zurückgehen. Wen ich aus der jüngeren Vergangenheit nennen kann, weil er schon verstorben ist: Hugo Portisch. Er ist allen noch gut in Erinnerung, da sein Tod noch nicht lange zurückliegt. Er war DER Volksbildner der Zweiten Republik, was das politische Verständnis betraf. Seine Sendungen sind ein gutes Beispiel für konstruktive Beiträge für die Gesellschaft. Von den Lebenden kann ich Ihnen nun leider nichts sagen, auch wenn ich vom einen oder anderen weiß, dass er Gutes getan hat.

Bevor wir uns getroffen haben, war ich in der Buchhandlung »Zum Rauhen Stein«. Dabei habe ich zu folgendem Buch gegriffen: »Freimaurer in 60 Minuten« von Philip Militz. Mir wurde mitgeteilt, dass es sich um das wahrscheinlich beste Buch zur Freimaurerei handelt, wenn man beginnen möchte, sich damit zu beschäftigen. Da ich so kurz vorm Interview das Buch nicht lesen konnte, habe ich gefragt, welche wichtige Frage man daraus ableiten könnte. Die Antwort in der Buchhandlung war: Was sucht man?

Das freimaurerische Leben besteht aus drei Graden: dem Lehrling, dem Gesellen und dem Meister. In jedem dieser Grade ist eine andere Frage oder Aufgabenstellung zentral. Im ersten Grad, am Beginn der freimaurerischen Arbeit, steht die Frage nach der Selbsterkenntnis. Es geht darum, wer man ist und darum, sich selbst zu reflektieren. Im zweiten Grad geht es um die Selbstveredelung, also darum, was ich mit meinen Anlagen verbessern kann, um einem menschlichen Idealbild näherzukommen. Im dritten Grad wird der Fokus auf die eigene Endlichkeit des Menschseins gelegt, um den Blick auf das Lebensende und den Tod hinzurichten. Damit soll man sich selbst ins Reine bringen. Das Ende steht jedem bevor. All das versucht man in der Freimaurerei mit Lehren, Symbolen und Ritualen zu verstehen und zu beantworten, sozusagen als Hilfestellung.

Wer entscheidet, wie schnell man vom Lehrling über den Gesellen zum Meister wird?

In Wahrheit macht man alles nur für sich selbst. Die Entscheidung ist eine reine Formalie, die dann in der Loge getroffen wird. Es ist wirklich ganz selten, dass man wie in der Schule auf einem Grad sitzen bleibt. Wenn man es ernst meint, wird man schon weiterkommen.

Kommen manche Menschen von ihrem geistigen und philosophischen Wesen bereits als Meister zu den Freimaurern?

Selbst wenn jemand diese Reife schon mitbringt, erwarten wir uns, dass er diese Phasen mit uns durchschreitet. Wenn er eine große Reife hat, wird das überhaupt kein Problem sein. Umgekehrt habe ich es nur einmal erlebt, dass ein wirtschaftlich sehr potenter Suchender zu uns gekommen ist und nach dem zweistündigen Aufnahmeritual erklärt hat, dass es nicht das Richtige für ihn sei. Seine Begründung: Er ist es nicht gewohnt, bei Null anfangen zu müssen. Das entspreche nicht seinem Weltbild. Daraufhin meinte ich, dass es dann ohnehin besser ist, wenn er nicht zu uns kommt, weil er offenbar nicht verstanden hat, worum es hier geht. Es geht nicht darum, jemanden zu demütigen oder zurückzusetzen. Es geht darum, sich den Spiegel vorzuhalten, um die Selbstreflexion zu befeuern.

Wie wird mit möglichen Interessenkonflikten umgegangen? Ein Beispiel: Der Vorgesetzte im zivilen Leben ist in Ihrem Bund plötzlich der Lehrling seines Mitarbeiters.

Das Leben in der symbolischen Welt hat nichts mit Hierarchien in der Profanei zu tun. So bezeichnen wir die Welt da draußen. Oft kommen Suchende zu uns, die schon in sehr einflussreichen Positionen sind. Ganz ehrlich: Mir ist es lieber, wenn Junge mit Potenzial zu uns kommen, von unserem Weltbild lernen und erst dann Karriere machen. Generell sage ich neuen Mitgliedern immer: Wenn hier jemand mit längerer Mitgliedschaft, mehr Erfahrung oder höherem Alter etwas von dir in der Welt draußen verlangt, hast du dem nicht nachzugeben, weil es nichts mit dem hier bei uns zu tun hat. Jeder macht draußen in der Profanei, was er immer macht, und hier herinnen ist es eine andere Welt. Bei manchen Menschen, die eine wichtige Position im öffentlichen Leben haben und zu uns stoßen, ist es tatsächlich manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, der Lehrling zu sein. Nach kürzester Zeit wird aber klar, dass es sich um symbolische Situationen handelt, die nicht die Realität widerspiegeln.

Die aber trotzdem dazu führen können, dass sie sich im profanen Leben auswirken. Genau das befeuert doch die Verschwörungstheorien, weil die Leute draußen sagen: Natürlich behandeln die sich im profanen Leben anders.

Im günstigsten Fall behandelt ein Freimaurer jeden Menschen, mit dem er zu tun hat, gleich gut, egal ob beruflich oder privat. Weil er eigentlich darauf trainiert werden sollte, ein humanistisches Weltbild zu haben. Ellbogen, Demütigungen und ein Runterdrücken von anderen Menschen haben da keinen Platz.

Man kann sein Umfeld total lieb haben, aber einen hat man noch lieber.

Wir Freimaurer sind alle per Du, wie in der Schule. Aber deswegen habe ich sie noch nicht alle rasend lieb. Es wird oftmals unterstellt, dass sich die Brüder untereinander alle weiterhelfen würden. Spielen wir das Gedankenspiel durch: Sollte ich einen Anwalt brauchen, nehme ich mir einen, den ich kenne. Wenn ich ihn aus der Loge kenne und der Meinung bin, es handle sich um einen intelligenten Menschen, dem ich die Aufgabe zutraue, werde ich ihn natürlich fragen, ob er mich vertreten möchte, bevor ich mir einen aus dem Telefonbuch raussuche, den ich überhaupt nicht kenne. Bei der Arztwahl oder bei der Auswahl eines Installateurs verhält es sich genauso. Was aber bitte nicht heißt, dass man sich gegenseitig dauernd etwas zuschanzt. In meinem beruflichen Leben war ich öfters in der Situation, Aufträge vergeben zu müssen. Ich habe nie Aufträge an jemanden vergeben, nur weil er ein Freimaurer war, sondern weil er das beste Angebot hatte. Es gibt keinen Freimaurer-Bonus, wie es aber auch keinen Freimaurer-Malus geben darf. Nur weil er ein Bruder ist, kann ich ihn nicht aus einem Bewerbungsverfahren ausschließen. Das wäre viel zu kurz gedacht. Meist kommt das von Menschen, die es nicht gut mit uns meinen.
»Es gibt keinen Freimaurer-Bonus«

Können Sie etwas über die Symbole und Hintergründe der Freimaurer sagen?

Symbole sind Gegenstände, die Assoziationen auslösen. Das Schöne an der freimaurerischen Arbeit: Jeder kann etwas anderes in Symbolen erkennen oder auch die Bedeutungen anders gewichten. Unsere Symbole kommen meist aus der Steinmetzzunft, also aus dem Baugewerbe, daher auch Freimaurer. Eines unserer wichtigsten Symbole ist das Winkelmaß. Der rechte Winkel steht dafür, dass man immer gerecht handeln soll. Der Zirkel symbolisiert das Verhältnis zu den Menschen, die mich umgeben. Eine Interpretation wäre, dass man mit ihnen in Verbindung stehen soll. Die Bibel liegt in unseren Logen auf, allerdings nicht als religiöses Symbol, sondern als Symbol für das tradierte menschliche Wissen. Es handelt sich um das Brennglas des menschlichen Wissens, das in der Bibel erkannt wird. Den 24-zölligen Maßstab als Taktgeber des Lebens habe ich vorhin schon erwähnt. Es gibt noch viele weitere, deren Bedeutung unsere Brüder in Referaten darlegen. Das mag erhellend sein, weil man selbst vielleicht etwas komplett anderes wahrgenommen hat. Es geht einfach um Denkanstöße.

An welchen Symbolen kann man einen Freimaurer im eigenen Umfeld womöglich erkennen?

Ich hoffe doch, an seinem Verhalten.

Wenn jemand zuvorkommend ist, ist er also Freimaurer.

Das wichtigste Symbol der Freimaurer ist ethisches Verhalten. Manche tragen Manschettenknöpfe oder Anstecknadeln mit Freimaurer-Symbolen. Ich mache so etwas nicht. Ist aber jedem unbenommen.

Es gibt einen Handschlag, mit dem sich Freimaurer untereinander zu erkennen geben. Von außen ist so etwas überhaupt nicht erkennbar. Warum solche Geheimgesten, wenn man sich ohnehin am ethischen Verhalten erkennt?

Dieser Griff oder Handschlag wird einem Bruder bei der Aufnahme mitgegeben. Es handelt sich dabei um eine symbolisch übergebene Tradition. Gehen Sie davon aus, dass wir uns alle nicht ständig mit diesem Handschlag begrüßen. Bei der Aufnahme bekommt man das einmalig als historisches Erlebnis mit. Im Internet findet man viele lustige Geschichten. Angeblich erkenne man Freimaurer am Krawattengriff. Demnach müsste jeder Politiker ein Freimaurer sein, bevor er vor die Medien tritt. Die richten sich alle die Krawatten, sobald sie fotografiert oder gefilmt werden.

Was man in den Medien auch immer wieder liest: Freimaurer sind ein Männerbund, die Frauen nicht zulassen. Oder anders gesagt: Die alten weißen Männer tun sich zusammen, weil sie meinen zu wissen, wie es in der Welt zuzugehen hat.

Das kommt immer wieder. Genauso wie es männliche Freimaurer gibt, gibt es auch weibliche. Die weibliche Freimaurerei hat französische Wurzeln, die männliche hat englische Wurzeln. Das geht auf die Anfänge des 18. Jahrhunderts zurück. Die Erklärung, warum es sich getrennt entwickelt hat und bis heute so ist: Sich zu öffnen und anderen in die Seele blicken zu lassen, fällt Männern unter Männern schon schwer genug. Ich glaube nicht, dass es besser wird, wenn sich die Geschlechter mischen. Es geht um eine Stunde in der Woche, in der man sich in der Loge trifft. Das machen Frauen unter Frauen und Männer unter Männern. Damit hat man keine Geschlechterdiskussion, wie beispielsweise darüber, ob nun ein Mann oder eine Frau der Chef ist. Es wird also niemand ausgegrenzt, da sowohl Männer als auch Frauen freimaurerisch an sich arbeiten können.
»Bei der Freimaurerei geht es um den Vorteil und Nutzen der emotionalen und gedanklichen Bereicherung«

Wie viele Freimaurer gibt es aktuell in Österreich?

In der Großloge sind es aktuell 3.960 Männer. Bei den Frauen sind es ca. 500.

Alles in allem also ungefähr 4.500. Was besprechen all diese Mitglieder 52 Mal im Jahr eine Stunde lang?

Juli und August haben wir Sommersperre. Von Mitte Dezember bis Mitte Jänner ist auch nicht viel los, ähnlich ist es zu Ostern. Wahrscheinlich sind wir bei rund 40 Wochen. Aber um Ihnen ein Gefühl zu geben: Ein Philharmoniker wählt sich als Thema »die Stille«. Mein erster Gedanke: Um Gottes Willen, was will der jetzt 20 Minuten lang zur Stille sprechen? Und dann spannt er den Bogen, dass die Stille in der Musik ein Rhythmus und ein wichtiges Gestaltungselement ist. Dass das Innehalten die Funktion der Pause hat. Davon wiederum hat er die Pause für den eigenen Lebensrhythmus abgeleitet. Plötzlich waren die 20 Minuten rum. Dann geht man in sich und merkt, dass man sich das selbst noch nie so überlegt hat. Alleine an dem Beispiel sieht man ganz gut, dass es nicht um Beziehungen und Geldverdienen geht, sondern um den Vorteil und Nutzen der emotionalen und gedanklichen Bereicherung.

Die Freimaurer wollen also eine gedankliche und emotionale Bereicherung?

Genau das ist das Ziel.

Warum diskret? Warum nicht für alle? Open House!

Es funktioniert nur mit einer starken Bindung der Mitglieder untereinander. Die Diskretion hat mit der Historie zu tun. In den 300 Jahren, die es uns gibt, waren wir in Österreich länger verboten als erlaubt. Das geht auf ein historisches Missverständnis der katholischen Kirche Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Als 1717 die erste Großloge aufgekommen ist, sind in den Jahren danach sehr viele gekrönte europäische Häuptlinge Freimaurer geworden. Die Kirche hat über die Regenten Macht ausgeübt. Der deutsche Kaiser wurde beispielsweise vom Papst gekrönt. Die Kirche hat fälschlicherweise angenommen, dass die Freimaurerei eine neue Modereligion wird, der sich mit der Zeit alle anschließen. Es war die Angst vor Einflussverlust. Daher wurde Druck ausgeübt. Wenn Regenten vom Papst gekrönt werden wollten, mussten sie im Gegenzug in ihren Territorien die Freimaurerei verbieten. Der »Church of England« war das egal, ähnlich wie den Protestanten. Dort ging es den Freimaurern gut. Bei den Katholiken war das nur im Untergrund möglich. Irgendwie hat sich das bis heute gehalten, dass wir Projektionsfläche für manche Leute sind – auch in der Politik. In einem Klima, in dem von einem Deep State »Großloge von Österreich« gesprochen wird, ist es nicht lustig zu sagen, dass man Freimaurer ist.

Nehmen wir an, eine Partei, die in Umfragen aktuell stark vorne liegt, stellt in ein paar Jahren den Kanzler und übernimmt vielleicht auch das Innenministerium. Haben Sie Angst vor Razzien in der Rauhensteingasse 3?

Ich kann so etwas nicht ausschließen, wenngleich Angst immer ein schlechter Ratgeber ist. Wir versuchen, unsere Mitglieder im Sinne einer geistigen Landesverteidigung zu immunisieren. Wir haben nichts getan und sind mit allem, was wir tun, völlig innerhalb des Rechtsrahmens. Jede Familie trifft sich zumindest einmal sonntags am Mittagstisch und muss anschließend auch keine Rechenschaft darüber ablegen, was besprochen wurde. Bei uns ist es halt ein Abendessen am Montag oder am Donnerstag, je nach Loge. Ich glaube auch nicht, dass es ums Bekämpfen oder um die Ausrottung der Freimaurer geht. Nachdem eine andere Gruppe wahrscheinlich bereits zu groß geworden ist – »die Ausländer« –, sucht man sich nun halt eine kleinere Gruppe, die man als Feindbild aufbauen und für irgendetwas verantwortlich machen kann. Was noch hinzukommt: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Begriff der »jüdischen Freimaurerei« nach wie vor in vielen Köpfen verankert. Die jüdische Zuschreibung ist aus gutem Grund strafrechtlich verboten. Freimaurerisch zu sein, darf jedem unterstellt werden. Im Grunde handelt es sich dabei um Codes, mit denen gearbeitet wird. Vor diesem Hintergrund arbeite ich aktuell an einem Buch, das klarmachen soll, was Freimaurerei ist und was es ganz sicher nicht ist. Wir sind keine Geschäftemacher, keine Umstürzler, keine Religion und keine Partei. Wir sind eine ethische Gesinnungsgemeinschaft.
»Es gibt keine historische Verbindung zwischen Illuminaten und Freimaurern«

Sie haben vorhin die Kirche angesprochen und nun die Art von Feindbild, an der sich manche reiben. Im selben Atemzug, nicht zuletzt aufgrund eines Bestsellers von Dan Brown, werden oft die Illuminaten erwähnt. Was sagen Sie denjenigen, die die Freimaurer mit den Illuminaten in einen Topf werfen?

Es gibt keine historische Verbindung zwischen Illuminaten und Freimaurern. Wenn man sich präzise damit beschäftigt, gibt es keine Nachfolge- oder Parallelstruktur oder irgendwelche Überschneidungen. Das ist historisch eine komplett andere Epoche und hat gar nichts miteinander zu tun. Über die Illuminaten kann ich daher wenig sagen.

Die Präsenz und der Einfluss der Freimaurer scheinen, so wie Sie erzählen, natürlichen Schwankungen zu unterliegen. Vom Einzug in Herrscherhäuser im 18. Jahrhundert über die Stärke der Sozialpartnerschaft bis zur heutigen wieder eher kritischen Betrachtungsweise. Auf einer Skala von 0 bis 100: Wie einflussreich sind die Freimaurer aktuell in Österreich? 0: Uns gibt es gar nicht. 100: Überall sitzt jemand von uns drin, wir kontrollieren alles.

So kann ich das nicht beantworten, weil es reines Kaffeesudlesen wäre. Daher möchte ich die Frage relativieren und sagen: DIE Freimaurer haben keinen Einfluss. Die Macht, die unsere Gegner uns gerne zuschreiben, gibt es in der Form nicht. Aber: Es gibt Freimaurer, die in einflussreichen Positionen sitzen und dort für ein Weltbild stehen, das von uns mitgeprägt ist. Sie führen so ihr Amt und ihre Funktion aus – als Einzelperson und nicht als Organisation. Dazu gibt es übrigens eine schöne Geschichte: Vor rund 25 Jahren gab es einen Österreich-Konvent. Es ging um eine Bundesstaatsreform. Wir wurden angefragt, ob wir einen informierten Vertreter entsenden wollen. Der damalige Großmeister hat dem Bundeskanzleramt geantwortet, dass wir uns an öffentlichen Diskussionen nicht beteiligen werden und wir von der Einladung Abstand nehmen. Nachsatz: Er hat sich über die Einladungsliste informiert und kann versichern, dass unser Gedankengut gewiss einfließen wird. Das war damals sehr charmant gelöst und zeigt: Es ist immer der Einzelne und nicht der Vertreter der Großloge, der Macht ausübt.

Wollen Sie eine Nachricht an die Öffentlichkeit richten? Wenn ja, welche?

Freimaurerei beschäftigt sich mit dem Menschenbild eines Humanisten und will keinerlei politische Macht ausüben. Es handelt sich um keine Bedrohung, sondern sie kann eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellen. Wenn sich dieses Bild von uns mehr durchsetzen würde, wäre es schön, weil dadurch Vorurteile abgebaut werden könnten. Aber auch mit Vorurteilen werden wir unseren Weg weitergehen.

Lieblings-

Buch: Die große Hitze (Jörg Mauthe)
Film: Filme mit Michael Douglas
Song: Das Bruder-Lied
Schauspieler/in: Nicholas Ofczarek
Motto: Mit Gelassenheit.
Autor/in: Jörg Mauthe
Serie: Ich bin kein großer Fernseh- oder Streamingkonsument. Man bekommt nicht mit, wie viele Stunden Lebenszeit einem am Ende dadurch fehlen, weil man es durch die Spannung währenddessen nicht merkt.
Stadt: Wien, Rom
Land: Ich fühle mich in Österreich sehr wohl.
Gericht: Wiener Schnitzel
Getränk: Wasser

Persönliches Mitbringsel

Ein rauher Stein, ein nicht bearbeiteter Klumpen. Und durch freimaurerische Arbeit sollte er zum glatten Stein werden. Wenn er einmal ganz glatt ist, kann er nahtlos in die Mauer eines Baus eingefügt werden. Es handelt sich um den Bau der allgemeinen Menschenliebe, wie wir es bezeichnen. Wir möchten den Bau der Humanität errichten. Daher hat sich jeder Einzelne so weit zu verändern, damit er einen Beitrag leisten kann. Der Stein zeigt sehr schön, was freimaurerische Arbeit sein soll, nämlich aus etwas Unförmigem schöne glatte Oberflächen zu entwickeln.

Das Zweite: eine Büste von Wolfgang Amadeus Mozart. Die steht auch in anderen Ländern bei vielen Großmeistern am Tisch. Sie verkörpert die große freimaurerische Geschichte in Österreich und zeigt, welche großartigen Freimaurer wir als Menschen hervorgebracht haben. Mozart ist ein starkes Exportgut.
Symbole der Freimaurer

Schönstes und negativstes Erlebnis der vergangenen Woche

Schönstes: Ich war am Wochenende in Rom bei der Einsetzung des neuen italienischen Großmeisters. Man hat die internationale Freimaurerei gespürt. Ganz gleich, aus welchen Ländern sie kamen und unter welchen politischen Systemen sie agieren, der offene Gedankenaustausch war einfach schön.

Negativstes: Ein Blick in die Zeitung, wohin sich die Politik in Europa, aber auch international, entwickelt.

Berufswunsch als Kind

Unternehmer. Ich stamme aus einer Unternehmerfamilie.

Wen wollten Sie immer schon einmal treffen?

Den Papst.

Teenie-Schwarm

Fällt mir nicht ein.

Café-Bestellung

Espresso und ein stilles Wasser.

Ort des Interviews

Großloge von Österreich
Wer schon öfters durch die Gassen der Wiener Innenstadt spaziert ist, wird womöglich auch schon an der Großloge von Österreich vorbeigegangen sein. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Eingang nicht großartig von dem der umliegenden Gebäude – ein großes, altes Holztor, das überlebensgroß im alten Gemäuer steht und darauf wartet, geöffnet zu werden. Doch ein genauer Blick lässt ein Detail erkennen: ein rauher, quaderförmiger Pflasterstein, der über dem Eingang hängt. Unscheinbar für die meisten Passanten, ein unmissverständliches Symbol für Suchende und Aufgenommene.